DS02 — Der Signatur-Doc als Datentyp (JSON-Schema)
Auslöser S1, Fortsetzung
E1 hat einen Beschluss (GVB) in Markdown gefasst. Nun braucht er ein Artefakt, das kenntlich macht: Ich, E1, zeichne dieses Dokument am Datum X in meiner Rolle als Y. Das Artefakt muss maschinenlesbar, schema-geprüft und revisionssicher sein — ein JSON-Artifact nach GCBoK-Regel 1 ("JSON-First") und Regel 4 ("Schema-First").
Der Datentyp signature-1.0
Das JSON-Schema definiert eine Signatur als eigenständiges Dokument im Repo — nicht als Anhang, nicht als Mail-Text. Kernstruktur (vereinfacht):
{
"$schema": "https://gitcover.org/schemas/signature-1.0.schema.json",
"uuidV7": "<deterministische uuidV7 aus ts+doc-sha256>",
"type": "signature",
"subject": {
"name": "Erich Mustermann",
"role": "Geschäftsführer",
"capacity": "handelnd unter Befreiung von § 181 BGB",
"entity": "PARTNER-ORG"
},
"target": {
"kind": "gvb",
"title": "GVB 260825 — GF-Vertrag: Selbständigkeit",
"sha256": "<sha256 des Quell-Dokuments>",
"location": "\\\\vm1\\data\\org1\\repo-top\\res\\260825-shareholder-meeting-resolution.md"
},
"procedure": {
"form": "textform",
"statute": "§ 126b BGB",
"legal_basis_ref": "GVB 260825, TOP 'Beschlussfassung in Textform'",
"expression": "Abgabe der Erklärung in elektronischer Form (§ 371a ZPO)"
},
"evidence": {
"facsimile_ref": {
"file": "E1.Signature.transparent.FES.svg",
"sha256": "8fcffe0b313f8a1e5b44c1c33cd8073e699b338b6450aa1ba9f33f5587501006",
"guid_stamp": "01a09b48-4580-76f9-b789-024691b989c5"
},
"timestamp_utc": "2026-09-13T15:00:00Z",
"timestamp_source": "uuidV7-RFC9562"
}
}
Die Pflichtfelder im Einzelnen
| Feldgruppe | Pflicht | Zweck |
|---|---|---|
uuidV7 |
ja | Deterministische ID aus Zeitmarke + doc-sha256 (gen-doc) — guid-Stempel für "accepted"/"signed" |
subject |
ja | Zeichner: Name, Rolle, Vertretungsbefugnis, Körperschaft |
target |
ja | Quell-Dokument: Titel, SHA-256, UNC-Pfad — die Signatur hängt an einer konkreten Fassung |
procedure |
ja | Verfahren: textform/FES, Rechtsnorm, Form-Anzeige (§ 371a ZPO) |
evidence |
ja | Facsimile-Verweis (SHA-256 + guid-Stempel der Signatur-Grafik), Zeitstempel |
signing_key_ref |
optional | Nur in Teil III (PII/GPG-Kreis) — Schlüssel-Verweis, nicht in Teil I/II |
Schema-First-Regel: Vor jeder Erfassung prüfen, ob ein Schema existiert; fehlt es, wird es erstellt. Der Signatur-Doc folgt demselben Muster wie diary-entry, v7g-sidecar und GCPN-Container.
V7GUID-Katalogisierung
Der Signatur-Doc erhält eine eigene V7GUID-Class-Taxonomy im Sidecar
(ähnlich wie SIGNATURE_GRAPHIC für die Grafik-Assets):
| Class | 用途 |
|---|---|
SIGNATURE_DOC |
Der Signatur-Doc selbst (JSON-Artefakt) |
SIGNATURE_GRAPHIC |
Die Facsimile-Grafik (PNG/SVG) — bereits 260913 registriert |
SIGNATURE_EVENT |
Der Signatur-Vorgang (Accept/Deny/Sign) — DS03 |
Jede Klasse ist ein Promote-Kandidat für den OSS-Normative-Root
(work/OSS/TOP/.gitcover/dictionaries/classes.json), analog zum
260821-Pilot (HR_REGISTER_DOC, RECEIPT_DOC etc.).
Warum die Signatur ein eigenes Dokument ist
Drei Design-Entscheidungen, die die Saga treibt:
- Trennung von Inhalt und Willenserklärung — das Quell-Dokument bleibt unverändert (Immutable-Doc); die Signatur ist ein separates Artefakt, das sich per SHA-256 an die konkrete Fassung hängt. Ein Tippfehler im Quell-Dokument invalidiert nicht die Signatur-Ebene; eine neue Fassung erzeugt eine neue Signatur.
- Mehrfach-Signierung — mehrere Zeichner erzeugen mehrere Signatur-Docs auf dasselbe Quell-Dokument (z. B. GVB mit zwei Unterschriftenlinien). Die Verifikation prüft alle Signatur-Docs gegen dieselbe Quell-Dokument-SHA.
- FES-Andockbarkeit — die FES-Signatur (Teil II) ersetzt nicht den Signatur-Doc, sondern ergänzt ihn: Der Signatur-Doc bleibt die Repo-Ebene, das FES-Doc (Envelope-Report, PDF) wird als weiteres Artefakt referenziert.
Facsimile-Verweis (nicht Einbettung)
Wichtig für die Saga-Qualität: Der Signatur-Doc bettet die Signatur-Grafik
nicht physisch ein. Er verweist auf sie — über SHA-256 und guid-Stempel
(E1.Signature.transparent.FES.svg, sha256 8fcffe0b…, guid
01a09b48-4580-76f9-b789-024691b989c5). Das macht die Kette leicht:
Grafik, Quell-Dokument und Signatur-Doc sind unabhängig prüfbar; der Beweiswert
liegt in der Verifikation, nicht in der Einbettung.
Die physische Einbettung (Facsimile im PDF-Layer, DocuSign-artig) ist Teil II — dort, wo die FES-Signatur ein eigenes PDF-Doc erzeugt.
Zusammenfassung
- Der Signatur-Doc ist ein JSON-Artefakt (Schema
signature-1.0) mit Pflichtfeldernsubject,target,procedure,evidence. - Er hängt per SHA-256 an einer konkreten Fassung des Quell-Dokuments.
- Facsimile-Grafik wird referenziert (SHA-256 + guid-Stempel), nicht eingebettet — Einbettung ist FES-Stoff (Teil II).
- Nächster Artikel (DS03): der Signatur-Vorgang als Event.
Erstellt: 260913 | Teil I, Artikel DS02 | Serie: digital-signage