DS12 — Externe Partner anbinden: Gitea-Instanz, GitCover.IdP, API/MCP

Auslöser S7

Ein Unternehmer/KMU liefert nicht nur Dokumente aus — in der Projekt- Abwicklung (Beispiel: GDT, GitCover Developer Tooling während der Laufzeit eines Auftrags) benötigen Externe (Kunden, Auftraggeber, Co-Worker) Zugriffe auf den Prozess-Verlauf und Nachweise: Welche Meilensteine sind erbracht? Welche Dokumente gezeichnet? Wie ist der Beleg- und Signatur-Verlauf revisionssicher dokumentiert?

Der klassische KMU-Weg: Ein PDF-Ordner im Cloud-Speicher, ein Chat-Attachment, eine E-Mail-Kette — oder ein teurer Projekt-Portal-Abonnement. Alle Varianten brechen die Nachweiskette, die Teil I/II aufgebaut haben.

Die Skalierungs-Stufen

Der Git-Repo-Ansatz erlaubt es dem kleinen Unternehmer, dieselbe Leistung zu skalieren, die seine Partner benötigen — in drei Stufen:

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Offline-Paket"] --> B["Stufe 2
Gitea-Instanz
per Internet"] B --> C["Stufe 3
GitCover.IdP +
API/MCP"] style C fill:#e8eef7,stroke:#2c5282

Stufe 1 — Offline-Paket (ohne Infrastruktur)

Das Container-Paket (DS10: *.gcpn.zip) wird dem Partner als Datei ausgeliefert — selbst-verifizierend, ohne Server, ohne Konto. Genügt für einmalige Nachweise (z. B. Abnahme eines Vertragswerks).

Stufe 2 — Gitea-Instanz per Internet zugänglich

Wenn Externe laufend Zugriff benötigen, macht der Unternehmer seine (oder eine dedizierte) Gitea-Instanz per Internet zugänglich — wie am Beispiel der GCUV ersichtlich, wo der Unternehmensverbund seine Repos über eigene Gitea-Instanzen (git.gitcover.org / git.gitcover.de) im Internet anbietet:

Aspekt Umsetzung
Zugriffssteuerung Gitea-Org/Teams (Partner nur in die Vorgangs-Repos, nicht in PII)
Nachweis-Sicht Der GCPN-Container als Prozess-Index (DS05): Partner navigiert zu den Einzel-Docs
Signatur-Nachweise GVB/GCPN mit Signaturvermerk — der Partner sieht die Kette (SHA-256, Events, Facsimile-Verweis)
Revisionssicherheit Git-Historie bleibt im Repo; der Partner kann klonen (vollständige Chronologie)

Für den kleinen Unternehmer: Eine Gitea-Instanz kostet einen kleinen Server und Wartung — kein Lizenz-Abonnement pro Nutzer. Die Zugriffssteuerung ist repo-basiert (Repo → Team → Member), die PII-Grenze bleibt im gitignored-Verzeichnis (nicht im Internet-Repo).

Stufe 3 — GitCover.IdP, API/MCP

Der eigentliche Hebel: GitCover.IdP (BSFZ-Forschungsvorhaben) macht aus dem Git-Repo einen Identity Provider — der Zugriff wird über Claims (tenant_id, org_unit_id, zwei-Ebenen-PII-Modell) gesteuert, die API/MCP (Model Context Protocol) stellt dem Partner programmatischen Zugriff bereit:

Baustein Leistung für den Partner
GitCover.IdP Authentisierung + Autorisierung über Git-Claims (Zugriff nur auf Vorgangs-Repos, PII bleibt ausgeschlossen)
GitCover API Strukturierter Abruf: Container-Index, Signatur-Kette, Verifikationsmanifest — ohne Git-Kenntnis
MCP Agent-Partner (KI-Coworker des Kunden) können die Vorgänge maschinell abfragen — Guardrails über OPA/Rego-Policies
GCPN-Container bleibt die Nachweis-Ebene: Jeder Zugriffs- und Zustandswechsel ist sha256-verankert

Genau DA zeigt sich die Stärke des Git-Repo-Ansatzes: Die Nachweis- Ebene (Container, Sidecars, SHA-Kette) ist dieselbe — ob der Partner das Paket offline liest (Stufe 1), im Gitea-Portal navigiert (Stufe 2) oder per API/MCP maschinell konsumiert (Stufe 3). Der Unternehmer skaliert die Schnittstelle, nicht den Nachweis — und behält die Kontrolle über PII und Zugriffsrechte.

Praktische Konsequenz für das KMU

Situation Stufe Kosten
Einmalige Vertrags-Nachweise an einen Kunden 1 0 (ZIP)
Laufende Projekt-Abwicklung mit Co-Workern (GDT) 2 kleiner Server + Gitea (OSS)
Partner mit eigenen KI-Agenten / Automatisierung 3 IdP + API/MCP-Integration

Die Stufen sind kumulativ: Wer bei Stufe 3 angekommen ist, bietet weiterhin Stufe 1 und 2 an. Die Nachweiskette (Teil I/II) ist in allen Stufen identisch.

Rechtliche Einordnung

Querverweise


Erstellt: 260913 | Teil II, Artikel DS12 | Serie: digital-signage