Teil IV — PII, GPG & Governikus (geplant)

Status: Geplant (DS16–DS21). Dieser Teil ist bewusst vom Rest der Serie abgetrennt — er behandelt den PII-Kreis (private Schlüssel, Identity-Daten) und die Git-Signatur-Mechanik (SSH/OpenPGP), die eigenen Compliance-Regeln folgt. Neu gegenüber der ursprünglichen Planung: Der amtliche Beglaubigungs-Dienst gpg.governikus.de (BSI-unterstützt) — bereits in den Patent-/GBM-Schriften (DPMA-Recherche, D15) und im BSFZ/FZul-Kontext besprochen — wird als Vertrauensanker integriert.

Warum die Trennung?

Teil I–III behandeln die Dokument-Ebene (Quell-Dokument, Signatur-Doc, Events, PDF-Layer, Container-Schema). Teil IV behandelt die Schlüssel-Ebene — und die ist ein eigener Compliance-Kreis:

Aspekt Teil I–III (Dokument-Ebene) Teil IV (Schlüssel-Ebene)
Datenart Geschäfts-Dokumente PII (Schlüssel, Identity-Daten)
Lagerort Tenant-Repo (Git) PII-Verzeichnis (gitignored)
Verzeichnis-Regel Git-tracked, Sidecar-pflichtig Niemals committen
Rechtsrahmen § 126b BGB, § 371a ZPO, eIDAS DSGVO, GoBD, NIS2, BSI TR-03124
V7GUID-Classes SIGNATURE_DOC/EVENT/GRAPHIC SIGNING_IDENTITY, SIGNING_KEY, GOVERNIKUS_CERT

Das Mischen beider Ebenen in einem Artikel würde die PII-Regel (Elektronische Unterschrift AD/ und Schlüssel-Material niemals in Git) verwässern — deshalb die Trennung.

Der Vertrauensanker: gpg.governikus.de

Der Dienst gpg.governikus.de (halbamtl., BSI-auftraggebend, von der Governikus GmbH & Co. KG betrieben) schließt die Lücke, die die Textform- Kette (Teil I) und die FES (Teil II) offen lassen: amtlich abgesicherte Identität des Schlüsselinhabers.

Ebene Nachweis Querverweis
Textform-Kette Herkunfts-Zuordnung über Signatur-Doc + Events Teil I (DS02–DS04)
FES/ADES Kryptobindung + Zertifikat + Facsimile-Layer Teil II (DS07–DS09)
GPG-Beglaubigung eID-Authentisierung (Personalausweis) → Namensabgleich → Beglaubigung des Public Keys durch Governikus (Schlüssel-ID 0x5E5CCCB4A4BF43D7) Teil IV
QES Qualifiziertes Zertifikat (EU-Trust-Liste) extern, Andock (DS06)

Der Verfahrensfluss (6 Phasen, aus der Vorarbeit 250831 „GitCover® Identity Verification Procedures"):

  1. GPG-Schlüsselpaar generieren (Ed25519 empfohlen, Name exakt wie im Personalausweis)
  2. eID-Authentisierung über gpg.governikus.de (AusweisApp, NFC/Kartenleser, PIN)
  3. Namensabgleich Personalausweis ↔ GPG-Schlüssel
  4. Governikus-Signierung des öffentlichen Schlüssels (amtliche Beglaubigung)
  5. Integration in die GitCover-Beweisketten (Signatur-Doc signing_key_ref, Trust Registry)
  6. Registrierung der Git-Hashes (Commit-Signatur ↔ beglaubigter Schlüssel)

Damit entsteht ein amtlich verankertes Vertrauensniveau „hoch" (BSI TR-03124, eIDAS) unterhalb der QES — ideal für die Identity-Registry (DS15) und die Key-Binding-Claims (DS17).

Bezüge zu Patent-/GBM-Schriften und BSFZ/FZul

Der Governikus-Fluss ist bereits in den Schriften verankert:

Teil IV konkretisiert diese Vorarbeiten zu anwendbaren Artikeln.

Geplante Artikel (DS16–DS21)

Art. Titel (geplant) Kernfrage Auslöser
DS16 Das Signing-Identity-Modell: identity, signing-keys, authorization Wie trennen wir deklarierte Identität, zulässigen Public Key und tatsächlich signierte Git-Operation? S5
DS17 Die Trust Registry: PII-Repo als versionierte Schlüsselquelle Wie werden users/*/signing-keys.json deterministisch zu allowed_signers generiert (gpg.ssh.allowedSignersFile)? S5
DS18 Key-Lifecycle: validity, revocation, supersededBy Wie bleibt eine historische Signatur gültig, wenn der Schlüssel rotiert? valid-after/valid-before S5
DS19 Signierte Merges: das --no-ff-Modell Warum ist ein Fast-Forward-Merge nichts zu signieren — und wie entsteht der signierte Freigabeakt? S5
DS20 SSH-Signatur ≠ SSH-Transport Warum ist git commit -S mit gpg.format ssh etwas anderes als ssh://-Push? signatureScheme vs. transportAuthentication S5
DS21 Amtliche Beglaubigung: gpg.governikus.de als Vertrauensanker Wie dockt man die BSI-unterstützte eID-Beglaubigung des GPG-Schlüssels an die Identity-Registry an — 6-Phasen-Verfahren, Namensabgleich, Beglaubigungs-Signatur? S5

Die vier Claims (Vorbereitung)

Die Saga von Teil IV wird auf vier getrennte Claims aufbauen (aus der Recherche 260912, Chat „GPG Daten Im JSON Schema"):

  1. Identity Claim — "Wer ist dieser Benutzer?"
  2. Key Binding Claim — "Welcher Public Key gehörte diesem Benutzer zu diesem Zeitpunkt?"
  3. Authorization Claim — "Was durfte dieser Benutzer in diesem Repository tun?"
  4. Signature Claim — "Hat genau dieser Key genau dieses Git-Objekt signiert?"

Die Prüf-Kette: Git Commit → gpgsig → Cryptographic verification → signer key → Key Registry (valid at commit timestamp? revoked?) → Identity Registry (user active?) → Authorization (may commit/merge/release?).

Mit DS21 kommt der fünfte Claim hinzu:

  1. Attestation Claim — "Diese Identität wurde mit dem eID-Verfahren (Personalausweis, BSI TR-03124) amtlich beglaubigt" — der Governikus-Beglaubigungs-Signatur auf dem Public Key.

Verknüpfung zu Teil I–III

Der Signatur-Doc (DS02) hat das optionale Feld signing_key_ref — es bleibt in Teil I–III leer und wird in Teil IV belegt: Die Facsimile-Grafik (DS07) ist das sichtbare Merkmal; der Schlüssel ist das kryptographische; die Governikus-Beglaubigung ist das amtliche Attest für den Schlüssel-Besitz. Alle drei hängen an derselben Identity-Registry.


Erstellt: 260913 | Teil IV (geplant) der Serie digital-signage